Historisches

Es gab bereits in der ersten Republik Ende des 19. Jahrhunderts einige Versuche, eine allgemeine Studentenvertretung zu schaffen, die jedoch an deutschnationalen Gruppierungen und konservativen Universitätsleitungen scheiterten.

Die österreichischen Studentenschaften gehörten von 1919 bis 1945 der Deutschen Studentenschaft an. Diese wurde seit 1931 vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund beherrscht. Als die Nazis 1938 an die Macht kamen, wurden „Säuberungsaktionen“ verordnet. Als Folge wurde Juden das Studieren und Lehren ganz verboten.

Die Uni Wien wurde nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wiedereröffnet. Die „Österreichische Hochschülerschaft“ wurde durch katholische, sozialistische und kommunistische Studierende 1945 in Wien gegründet.

Am 19. November 1946 gab es die ersten ÖH-Wahlen. Das wichtigste Thema im ersten Wahlkampf war die Frage der Entnazifizierung der Universitäten. Die konservative Union FÖST gewann drei Viertel der Stimmen für sich, bei einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.

Die ÖH wurde 1950 wurde gesetzlich verankert, seitdem sind ihre Existenz und Rechte gesichert. Ihre Organe werden nach demokratischen Wahlen, die auf den Grundsätzen der Nationalratswahlen basieren, gewählt. Ein Jahr später traten zum ersten Mal deutschnational-freiheitliche Gruppierungen bei den Wahlen an und erreichten insgesamt 18 % der Stimmen.

Die erste große Studentendemonstration gegen die Erhöhung von Studiengebühren fand 1953 statt, gegen Willen der damaligen ÖH-Führung.

Die 60er Jahre bestanden aus Streiks, Gesetzesbeschlüssen und Demonstrationen. 1961 streikten 5 % aller Studierenden auf der Wiener Ringstraße aufgrund einer Unibudgeterhöhung. Zwei Jahre später wurde das erste Studienbeihilfen-Gesetz beschlossen. Im Jahre 1966 wurde ein weiteres Gesetz eingeführt- das allgemeine Hochschulstudiengesetz, welches das Studien- und Prüfungswesen regelt. Die ÖH setzte sich in dieser Zeit auch als eine präsente studienrichtungsspezifische InteressenvertreterInnen ein.

1970 wurde unter der neuen Bundesregierung von Kreisky ein eigenes Wissenschaftsministerium eingerichtet. Drei Jahre später wurden erstmals die Studiengebühren abgeschafft.

Seit 1975 haben Studierende in universitären Entscheidungen auf allen Ebenen ein Mitbestimmungsrecht. In diesem Jahrzehnt beteiligte sich die ÖH unter anderem an der Umweltschutzbewegung gegen das Wasserkraftwerk in Hainburg. 1985 kandidierte erstmals passend dazu die grüne Liste.

Um gegen Ausländerfeindlichkeit vorzugehen, wurde 1992 die Flüchtlingshilfsorganisation „Helping Hands“ gegründet. Das 1975 erkämpfte Mitbestimmungsrecht wurde überarbeitet und wies seit 1993 vorerst geringe Einschränkungen auf.

Nach 50 Jahren ÖH gab es erstmals eine weibliche linke Vorsitzende, Agnes Berlakovich. 1996 leiden Studierende unter dem eingeführten Sparpaket, deshalb gab es vielfältige kreative Protestmaßnahmen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beschloss die schwarz-blaue Regierung die Wiedereinführung der Studiengebühren, welche sich bis heute, trotz vieler Proteste, zum Teil gehalten haben. 2002 wurde das Mitbestimmungsrecht erneut drastisch eingeschränkt, 25.000 Studierende gingen auf die Straßen.

2005 wurden erstmals Zugangsbeschränkungen in vorerst acht Fächern eingeführt. In diesem Jahr gab es einen demokratiepolitischen Ausnahmezustand – die Abschaffung der direkten Wahl der ÖH-Bundesvertretung durch die Bundesregierung.

Seit 2007 sind auch Fachhochschulen gesetzlich ein Teil der ÖH.

 

 

 

Quellen: http://www.oeh.ac.at/